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Besuch des Jüdischen Museums und Alten jüdischen Friedhofs in Frankfurt am Main

Ein Tag voller intensiver Eindrücke erlebte eine Delegation des Vereins Jüdische Vergangenheit und Gegenwart in Bad Honnef. Sie besuchte das Jüdische Museum und anschließend den Alten jüdischen Friedhof in Frankfurt am Main.

Der Verein JVGH hat es sich zur Aufgabe gemacht jüdisches Leben in Bad Honnef sichtbar zu machen. Ausstellungen, Vorträge und Musikveranstaltungen werden organisiert und ebenso Studienfahrten.

Mitglieder des Vereins JVGH vor dem Jüdischen Museum in Frankfurt

Das erste Ziel in Frankfurt, das Jüdische Museum, zeigt eine Fülle an Exponaten, die verdeutlichen, was es für die Generationen der letzten zwei Jahrhunderte bedeutete, als Jüdin oder Jude in Frankfurt in der Mitte Europas zu leben. 
Schon der Museumsvorplatz ließ die Besuchenden aus Bad Honnef staunen: Zwischen dem klassizistischen Rothschild-Palais und neuen Lichtbau steht die Skulptur „Untitled“ von Ariel Schlesinger. Eine Benennung ist deshalb nicht vorgegeben, um Interpretationen Raum zu geben. Die Kronen zweier Bäume sind verwoben, sie stehen aufeinander und der obere Baum ist umgekehrt, so dass seine Wurzeln zum Himmel zeigen.

Skulptur von Ariel Schlesinger auf dem Museumsvorplatz

Die Mitglieder der Besuchergruppe aus Bad Honnef hatten sofort einen guten Draht zueinander und diskutierten über die Skulptur. Die Führung durch die Dauerausstellung des Museum mit den Highlights erschien viel zu kurz, was ein gutes Argument ist, um wiederzukommen, um intensiv zu schauen und zu studieren. Im „Life Deli“, dem koscher-veganen Restaurant des Museums, gab es eine Erfrischungspause.

Das zweite Ziel der Exkursion, der Alte jüdische Friedhof, beeindruckte schon allein durch seine Größe. Von der Eröffnung 1828 bis zur Schließung 1928 wurden dort an die 40.000 Tote bestattet. In den Anfangsjahren waren die Grabsteine schlicht. Im Lauf des 19. Jahrhunderts wurden sie prunkvoller. In der Gesamtheit unterscheiden sich die Grabsteine in Form und Größe nicht viel, als Symbol dafür, dass im Tod alle gleich sind. Noch heute werden Gräber der Rabbiner, die auf dem Alten jüdischen Friedhof bestattet sind und die zu Lebzeiten Besonderes geleistet und gelehrt hatten, von Jüdinnen und Juden aus der ganzen Welt besucht. Auch Angehörige der Familie Rothschild sind hier beigesetzt. Viele Namen der Familien und Personen, deren Lebensgeschichte im Jüdischen Museum erzählt wird, sind auf den Grabstelen und – steinen wiederzufinden.

Für die Exkursionsteilnehmenden hatte der Tag in Frankfurt viele berührende Momente. Das Museum bietet den Besuchenden die Möglichkeit, Informationen zu speichern, um sie zu Hause noch einmal digital aufrufen zu können, um das Gesehene in Ruhe zu vertiefen. Sicher ist, dass die Eindrücke des Tages für die Mitglieder des Vereins JVGH lange im Gedächtnis bleiben werden.
Museum und Friedhof beweisen anschaulich, dass Jüdinnen und Juden das Leben in Deutschland über viele Jahrhunderte mitgestaltet haben und dass sie Teil des gesellschaftlichen Lebens waren. Vorsitzender des JVGHs Professor Rolf D. Cremer sagte: „Frankfurt war ein Zentrum für jüdisches Leben über mindestens 800 Jahre. Hier kann man sehen, wie sehr jüdische Kultur und Werte das gesamte Leben der Gesellschaft mitgeprägt haben. Toll das zu sehen. Es zeigt uns, was wir verloren haben und was wir wieder gewinnen können.“

 

Mehr Informationen: https://www.juedischesmuseum.de/museum

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Über 350 Jahre

jüdisches Leben

in Bad Honnef

1666 bis heute

Auch in Bad Honnef finden sich Zeugnisse jüdischen Lebens, die bis in frühere Jahrhunderte zurückführen.

Vieles scheint vergessen oder wird nicht mehr wahrgenommen. Doch die Menschen, die Ereignisse und die Orte gehören zu unserer städtischen Geschichte.

Ziel

Der Verein - Ein Projekt der Stadt

Ziel ist, das vergangene und gegenwärtige jüdische Leben in Bad Honnef sichtbar und erlebbar zu machen und damit ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.

Es ist ein Projekt der Stadt Bad Honnef.

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2021 feierte die Bundesrepublik Deutschland das Festjahr
 „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

“Wenn ich mir als Bundespräsident für dieses Festjahr etwas wünschen darf, dann nicht nur ein klares Bekenntnis, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland ein Teil von uns sind, ein Teil unseres gemeinsamen Wir, sondern dass wir denen entschieden entgegentreten, die das noch oder wieder infrage stellen. ”

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
21. Februar 2021 zum Auftakt 

Quelle: Bundespräsidialamt

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